Verfasst von Ulrike Eckebrecht am August 23, 2009
Heute ist die Leichtathletik WM in Berlin zu Ende gegangen.
Wieder hat sich gezeigt, dass solch ein internationales Großereignis von Politikern gern als Werbeplattform genutzt wird.
Angela Merkel reiste zur Siegesfeier von Speerwurfweltmeisterin Steffi Nerius, um ihr persönlich zu gratulieren – und die mediale Aufmerksamkeit, die eigentlich den Sportlern gelten sollte, für sich zu nutzen. Auch der FDP Bundesvorsitzende Guido Westerwelle stand der Bundeskanzlerin in nichts nach und sprach vor dem Olympiastadion mit Nerius.
Gerade in Wahlkampfzeiten sind solche Events sehr beliebt.
Sportler werden dann von Politikern gern zu Volkshelden auserkoren und immer öfter bekommt man den Eindruck, der Politiker selbst könne es doch mindestens genauso gut wie der frisch gebackene Weltmeister: Westerwelle – der deutsche Usain Bolt!
Weniger sportlich passiv-aktive Politiker bedienen sich gern der großen Worte, welche vorher allerdings gut durchdacht sein sollten. Andernfalls könnte es zu missverständlichen Verspreche(r)n kommen.
So verkündete Innenminister Wolfgang Schäuble heute im ZDF, dass er mit der jamaikanischen Sportministerin gesprochen hätte. Diese machte ihm das wohl nicht ganz ernst gemeinte Angebot, deutsche Sprinter nach Jamaika zu schicken. Woraufhin Schäuble erwiderte: „Wir können euch helfen, ein modernes Dopingsystem aufzubauen!“ Der Anti-Doping Kämpfer Schäuble ein Spritzenschmuggler?
Manchmal wäre das Schweigen eines Politikers genauso Gold wert wie die Leistungen der Weltmeister.