Verfasst von David Lojewski am September 29, 2009
“Was steht dir eigentlich zu“, fragte Peter Zwegat in seiner Neuauflage der Ratgebersendung „Raus aus den Schulden“, vor zwei, drei, vier Wochen. Für alle die, die das Konzept von RTL noch nicht kennen, gibt es an dieser Stelle einen kleinen Exkurs: Früher ist Zwegat, staatlicher Schuldenberater aus Berlin, zu verschiedenen Familien in ganz Deutschland gelaufen (!), die hoffnungslos verschuldet waren. Immer dabei, dass obligatorische Whiteboard (bei dem sich die Medienexperten immer noch streiten ob nun Dr. House oder Zwegat das Patent dafür zu steht), auf welchem nun die Ein- und Ausgaben der Schuldner aufgelistet werden. Meist rettete Zwegat die betroffenen Familien mittels eines Vergleiches oder der beliebten privaten Insolvenz. Alles wird gut also gut.
Scheinbar wurde RTL, und vielleicht auch Herrn Zwegat, das Konzept zu langweilig und deshalb weht jetzt frischer Wind ins Steuerbüro. Diesmal mehr Magazin als Dokumentation, wird anhand von Fallbeispielen erklärt, was die Sozialgesetzgebung dem Bürger für Leistungen bietet.
Los geht es, zu den Klängen von „Eye oft he Tiger“ zur 14-jährigen Jennifer, die ein Kind mit ihrem 18-jährigen Freund erwartet. Problem: Der „Vater“ hat gerade aus eigener Dummheit seine Ausbildung verloren und ist jetzt arbeitslos. Zudem haben die beiden keine eigene Wohnung und müssen deshalb bei den Zieheltern leben. Peter holt sein Whiteboard raus und rechnet vor. Insgesamt lässt der Staat dafür „einen knappen Tausender springen.“ Peters Rat: Junge geh arbeiten! Ich glaub das gab es auch schon mal bei einer bekannten Rockband aus Berlin.
Weiter geht es mit anderen Beispielen in dem der Umgang mit Behörden und staatlichen Hilfeleistungen erklärt wird. Zwischendurch gibt es immer wieder Tipps von seiner Assistentin Frau Essmüller, wie zum Beispiel: “Wenn man von Hartz IV lebt, sollte man auf das Geld achten.” Außerdem erklärt Peter das Sozialsystem, und das ja eigentlich ein gewisser Herr Bismarck dafür verantwortlich ist. Als er dann in den Bismarck-Hering beißt, stößt es ihm sauer auf.
Was bleibt vom beinharten Peter, der Schuldenmachern ordentlich den Kopf wäscht und neben Finanz- auch gleichzeitig Lebenskrisen meistert? Ein weichgespültes Ratgebermagazin, das sich locker mit anderen Sendungen wie „Einsatz in vier Wänden“ oder „Die Supernanny“ in eine Reihe stellen kann. Trotzdem eine schönes Sammelsurium von Tipps rund um die Sozialgesetzgebung – auch ohne großartigen Unterhaltungswert!